WENN MAN DAS ERFÄHRT
Aus dem Qigong-Kurs, März 2008
Wenn man erfährt, dass vollkommenes Glück aus dem Moment herauskommt, und nichts mit der Vergangenheit oder Zukunft zutun hat, dann hat man den richtigen Weg gefunden. An die Zustände, die man in Meditation erfährt, soll man sich auch im täglichen Ablauf zu erinnern: beim Abwaschen, beim Essen, beim Spazierengehen und auch manchmal beim Schimpfen mit den Kindern. Mann soll in diesem Moment leben und nicht mit den Gedanken irgendwo in Vergangenheit oder Zukunft sein. Dieser Zustand wird dazu führen, dass man die Intensität des Lebens besser erfährt, und das wird einem die Fähigkeit geben, die Wirklichkeit hinter dem Schein zu erkennen. Und dieser intensive Lebenszustand ist eigentlich das, was Meditation genannt wird. Deswegen wäre es sinnvoll alles zu unternehmen, um dieses intensive Lebensgefühl zu erfahren. Die Meditation ist wie eine Aufwärmübung, um sie dann als Dauerzustand zu bekommen. Es wäre sinnvoll, diesen meditativen Zustand während des ganzen Tages beizubehalten.
Es ist wichtig die Lebensqualität zu steigern. Sie müssen versuchen, dass in der Zeit, die uns noch zu leben geblieben ist, die Seele zu öffnen um eine bessere Lebensqualität zu bekommen. Sie müssen versuchen im Jetzt zu leben, im Moment zu leben, ohne irgendwelche Vorurteile zu haben. Sie sollen sich mit Ihrer Umgebung versöhnen, mit den Eltern, den Kindern, mit sich selbst, mit der Natur. Und nach und nach sollen Sie versuchen eine innere Ruhe zu erreichen, die eigentlich mit der äußeren Umgebung nicht zu tun hat. Und das alles bringt Qigong-Praxis hervor.
Durch diese Praxis können wir auch therapeutische Wirkung erreichen, vor allem bei chronischen Krankheiten. Der Weg bei dieser Art Behandlungs-Therapie ist die Behandlung des inneren Zustandes des Körpers, was die Änderung des energetische Zustand nach sich zieht, was seinerseits dazu führt, dass die Funktionalität des Körpers, der Zellen und der Organe besser wird. Dies kann man nur erreichen, wenn man die Qigong-Praxis zu seinem Lebensinhalt macht und sie zu einer Lebensart wird. In China wird gesagt, dass es eine Weißheit ist, sich nach dem 45. Lebensjahr um sich selbst zu kümmern. Und das setzt voraus, dass man tagtäglich Qigong und Taiji übt. Es ist die Zeit, ab der die Energie fängt an weniger zu werden und dann müssen wir etwas tun, damit die Energie durch die Praxis wächst. Es ist zu vergleichen mit dem Auto, das älter wird und öfter repariert werden muss.
Die schöne Seite des Qigong ist, dass wir mit der Zeit durch die Praxis ein inneres Licht in uns entdecken werden. Und wenn durch das Üben dieses innere Licht den ganzen Körper füllt, werden bestimmte Veränderungen im Körper auftreten. Aus dieser Sicht ist es eine wunderbare Sache. Und wenn man dies erreicht, dann kann man das Licht auf wundersame Weise benutzen, um es auch in Anderen hervorzubringen. Wenn man durch die Qigong-Praxis dieses Licht in sich entdeckt hat (es ist das Licht des Geistes), und damit den Körper füllen kann, ist es das Höchste, was man für sich tun kann. Deswegen danach können wir sagen: Das, was wir für uns tun konnten, haben wir erreicht.
Wenn wir uns gegenüber den Menschen gut verhalten, werden wir feststellen, dass wir die Fähigkeit haben während der Meditation dieses Licht zu sehen. Meister Di Yu Ming sagt: „Der Lohn dafür, dass wir anderen Leuten behilflich sind, ist, dass wir bei der Meditation das innere Licht zu sehen bekommen“. Das Sehen des inneren Lichtes führt dazu, dass wir ein unbeschreibliches Glücksgefühl in uns empfinden werden, das Licht durchflutet den Herzbereich. Die einzige Voraussetzung hierfür ist das zu erlauben. In China gibt es ein Spruch: „Lass das Glück in dir erscheinen“. Oft wird auch gesagt: „Lass die Gesundheit in dein Leben eintreten“.
Durch die Praxis erreichen wir ein fortgeschrittener Zustand, und trotzdem können einige Probleme auftauchen: u. a. in den Gelenken, bei der Monatsblutung usw. Dann gibt es typische Übungen, um diese Bereiche gezielt zu bearbeiten oder zu beeinflussen. Die erste Phase ist die allgemeine Behandlung des Körpers: zu entspannen, eine Zeit lang die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, die Energie des Körper zu steigern durch verschiedene Formen, die Energie im Körper zu bewegen (typische Form dafür ist der „kleine Himmelskreislauf“) und anderes. Und nach und nach wird sich die Aufmerksamkeit auf natürliche Weise nach innen in den Körper richten.
Der Mensch durch sein Verhalten, das nicht besonders einem selbst gut tut, wird letztendlich krank. Ein Beispiel: am Arbeitsplatz machen wir bestimmte Aktivitäten, die der Gesundheit nicht dienlich sind. Wir arbeiten in einer Umgebung, die ungesund ist, oder machen einseitige Bewegungen. Mann kann diese Zustände, die von den Umständen erzwungen sind, etwas kompensieren mit stetigem Üben von Qigong. Real gesehen, wenn man 4 - 8 Stunden auf der Arbeit eine bestimmte Haltung hat, um das auszugleichen muss man 4 - 8 Stunden zu Hause Qigong üben um ins Gleichgewicht zu kommen. Es wäre nicht glaubhaft zu denken, dass man mit 1 Stunde Qigong auszugleichen kann dass, was man innerhalb 8 Stunden kaputt gemacht hat bei der Arbeit.
Es sind viele Dinge die man tagtäglich beachten sollte: Körperhaltung, Ernährung, Beschaffenheit der Nahrung, Ess- und Schlafzeiten usw. Dies sollte letztendlich ein fester Bestandteil unseres Lebens sein, wenn wir nicht wollen, dass wir krank werden. Es gibt natürlich irgendwas in uns, das sagt, dass kann doch mir nicht passieren, aber irgendwann passiert es doch. Und je früher wir das verstehen, desto angenehmer wird unser Leben. Ideal wäre es vorbeugend zu üben, bevor seelische oder körperliche Probleme auftreten. Leider ist es so, dass der Mensch aus dem Leiden lernt. Man weiß nicht warum, aber es ist so. Man hat manchmal die Gelegenheit dies bei Anderen zu beobachten und daraus zu lernen.
Cezar Culda