DIE Essenziellen Punkte des Qigong
„Die Pflege der Seele, Modellierung des Charakters, Ansammlung von Verdiensten, Vergessen des Ichs (Ego)“
„Kultivierung der Seele, Modellierung des Charakters, Ansammlung von Verdiensten, Vergessen des Ichs“ ist sowohl für die Entwicklung in der Qigongpraxis wie auch für den therapeutischen Prozesses wichtig. Sowohl der Patient wie auch der Therapeut müssen diese Aspekte berücksichtigen. Wenn beide ihr Augenmerk auf das Gleiche richten und auf ähnliche Weise vorgehen, entsteht zwischen ihren Seelen eine Resonanz. Diese Resonanz ermöglicht die Behandlung der Krankheiten ohne Sendung von Energie.
Warum? Weil wenn zwischen zwei Menschen eine Resonanz entsteht, entsteht ein neues Feld. Dies führt zu einer neuen Energie, welche die alte ersetzt. Auf diese Weise wird die alte Materie durch eine neue ersetzt und die kranke Stelle wird verändert, geheilt.
Diese Behandlungsmethode hat sehr schnelle Wirkungen. Der Geist ist der fortgeschrittenste Teil des menschlichen Wesens. Wenn es auf dieser Ebene eine Resonanz zwischen dem Kranken und dem Gesunden gibt, wird die neue Kraft, die entsteht, sehr stark sein, sie wird sehr schnell die Regelung des Inneren des Körpers, in den tiefen Schichten (auf energetischer und stofflicher Ebene) vollziehen. Deswegen wird auch die Genesung beschleunigt.
"Die Pflege der Seele, Modellierung des Charakters" bezieht sich auf die Veränderung der Gewohnheiten und der negativen Gedanken, die in der Vergangenheit existierten.
"Die Ansammlung von Verdiensten" ist durch die Umsetzung der guten Taten möglich, durch die Pflege des Mitgefühls, der Liebe aller Lebewesen gegenüber. Um Erfolg zu haben, ist es notwendig die richtigen Gedanken, die rechte Rede und rechtes Handeln zu pflegen.
Wenn jemand „die Seele pflegt, Charakter modelliert und Verdienste ansammelt“, wird eine besondere Veränderung eintreten. Er wird sich beim Üben leicht entspannen können und wahrlich in einen fortgeschrittenen Zustand der Ruhe eintreten und "das Vergessen des Ichs" erleben.
Im therapeutischen Prozess ist es notwendig, dass sowohl der Therapeut wie auch der Patient sich im Ruhezustand befinden, „das Ich vergessen", und die Ergebnisse werden sofort eintreten. Wenn nur einem dies gelingt, dann werden die Ergebnisse schwächer sein, es entsteht keine Resonanz zwischen den Beiden. Damit diese Methode erfolgreich wirkt, muss sie erst verstanden und dann angewandt werden
Während der Behandlung gilt das Prinzip: "Man behandelt bewusst, es gelingt unbewusst". Wenn der Patient zur Behandlung kommt, ist es wichtig, dass er sich entspannt, in einen Ruhezustand eintritt. Der Therapeut muss genau das gleiche tun. In der Folge kann der Therapeut verschiedene Techniken einsetzen, aber was wirklich geschieht, ist das Zusammenspiel auf der unbewussten Ebene zwischen Therapeut und Patient, es entsteht ein Resonanzphänomen, das dazu führt, dass es Veränderung auf der Ebene des Unbewussten im Patienten erlaubt.
Da die Kräfte, die sich im latenten Zustand auf der unbewussten Ebene befinden, sehr stark sind, wenn Veränderungen auf dieser Ebene geschehen, beginnen die Kräfte zu wirken, und dieses Wirken hat eine regelnde Rolle. Die Art, wie das Unterbewusstsein die Veränderungen geschehen lässt, sind weder dem Therapeuten noch dem Patienten bewusst. Während eines solchen Prozesses entstehen nicht unbedingt irgendwelche Empfindungen, die Veränderungen vollziehen sich in den tiefen Schichten unseres Wesens.
Alle möchten Krankheiten behandeln, aber haben auch alle "die Seele gepflegt, ihren Charakter modelliert, Verdienste angesammelt und das Vergessen des Ichs“ erreicht“?!
Wenn derjenige, der behandelt werden möchte, sich nur auf das Eintreten von Empfindungen konzentriert, wenn er sich Fragen bezüglich der Kraft des Therapeuten stellt, ob die Behandlung gelingt, wird er fähig sein, das so notwendige „vergessen des Ichs“ zu erreichen?! Wenn im Inneren des Patienten keine "Leere" existiert, wo kann die neue Kraft entstehen, die ihn heilt?!
Nur wenn beide - Therapeut und Patient - "die Seele pflegen, den Charakter modellieren, Verdienste ansammeln, das Ich vergessen“ wird zwischen ihnen, zwischen ihren Geistern, Resonanz eintreten, wird die Kraft des Unterbewussten aktiviert und die Krankheit wird schnell geheilt.
Wenn der Patient zu der Behandlung kommt, muss er Beharrlichkeit bezeugen. Er muss sich wünschen behandelt zu werden, muss sich in diesem Sinne bemühen. Wenn er dies nicht tut, wird die Aufgabe des Therapeuten sehr schwierig.
Um Ergebnisse zu erzielen, muss der Therapeut in das Bewusstsein des anderen eindringen, jenseits seines Feldes, in das Innere des Körpers eindringen und dort an der materiellen Struktur Veränderungen verursachen. Diesen Prozess zu durchzulaufen ist nicht leicht, vor allem wenn der Patient nicht vollständig offen ist. Die Tatsache, dass der Patient gebeten wird, den vollständigen Namen und andere Daten auf einem Blatt Papier aufzuschreiben, ist Teil des therapeutischen Prozesses. Dadurch öffnet er sich und der Therapeut kann anschließend zu seinen tieferen Schichten vordringen.
Wenn man durch die "Hintertür" geht, wenn man eine privilegierte Beziehung pflegen wird, sind die Behandlungsergebnisse schwächer. Dies wird durch den Mangel an Offenheit erklärt, dem Fehlen der Bemühung. Wenn jemand extra von weither zur Behandlung kommt, werden die Ergebnisse in seinem Fall besser sein, als für diejenigen, die aus demselben Ort
kommen. Im Falle von Menschen, die sehr nahe zu dir stehen, ist es so, dass diese der Meinung sind, dass es für dich sehr einfach ist, sie gesund zu machen. Sie gehen davon aus, dass es deine Pflicht ist sie zu behandeln, ohne jegliche Anstrengung ihrerseits. Daher sind die Ergebnisse schlechter, wenn man Bekannte behandelt, als im Falle eines Unbekannten.Dies ist aber das Problem des Patienten. Das Problem des Therapeuten ist es, das gleiche Verhältnis zu allen Menschen entstehen zu lassen, unabhängig davon, ob er sie kennt oder nicht, ob sie von weiten oder aus dem Nachbarhaus kommen, auch wenn sie die Behandlung bezahlen oder auch nicht.
Die Ergebnisse werden sehr gut sein für diejenigen, die den Schwerpunkt auf die Praxis setzen, zuhören und versuchen das, was der Lehrer oder Therapeut ihnen empfiehlt, zu verwirklichen.
Diejenigen, die immer an sich selbst denken, die sagen: "Ich bin von Weitem hergekommen" oder "Ich habe eine schwere Krankheit, der Therapeut muss mich vor anderen ansehen“, werden sehr schwache Ergebnisse haben. Es fällt ihnen sehr schwer von ihren Problemen Abstand zu nehmen, wie auch der Tatsache, dass sie sich als sehr wichtig ansehen. Auf dieser Weise verstärkt sich das Signal der Krankheit einerseits und, andererseits, sind sie nicht fähig die „Leere“ zu schaffen, das „Tor“, wodurch der Meister in das Innere eintreten kann.
Der Patient muss sich der Tatsache bewusst sein, dass die Aktion des Therapeuten mit der Veränderung des Feldes (von dem Yin-Teil, dem unsichtbaren, zum Yang-Teil – dem äußeren Aspekt) beginnt und mit der Zeit die Ergebnisse sich auch auf der materiellen Ebene wieder finden werden.
Deswegen, wenn der Patient sich gegenüber dem Therapeuten nicht öffnet, wenn er nur sehen möchte über welche „Kräfte“ dieser verfügt, wenn er davon ausgeht, dass durch das Bezahlen einer Untersuchung im Gegenzug eine stoffliche Veränderung in ihm entstehen muss, dann werden die Ergebnisse leider unter den Erwartungen sein. Warum dies? Weil der Patient Widderstand leistet (manchmal weil er sich nicht beteiligt) schon auf der ersten Ebene der Aktion des Therapeuten, und zwar auf der Feldebene (des Bewusstseins, der Information, des Lichtes, der Energie, des Magnetismus, des Stroms usw.). Er stoppt von vorne herein die regelnde Wirkung des Therapeuten. Und, da man mit Gewalt keine gute Tat erzwingen kann, ist es kein Wunder, dass die Ergebnisse nicht bei Allen gleich sind.
Der therapeutische Prozess setzt voraus, dass sich das Bewusstseinsfeld, das Lichtfeld, das energetische Feld usw. verändert. Mit andern Worten, es ist erforderlich alle Feldkomponenten des Kranken zu verändern. Auf diese Weise wird es möglich sein die inneren Aspekte (Yin) und dann die Äußeren (Yang) zu verändern. Im „Buch der Wandlungen“ steht: „In der Mitte des Yin entsteht das Yang“. Deswegen ist die korrekte Richtung vom Yin zum Yang, und nicht umgekehrt.
„Die Entspannung, die Ruhe, die Natürlichkeit“
In der Qigongpraxis ist es erforderlich die Entspannung aufkommen zu lassen, der Praktikant muss ruhig sei, alles muss natürlich ablaufen.
Immer, bevor man mit der Praxis beginnt, wird eine Entspannungstechnik gemacht. Dadurch werden die im Laufe des Tages entstandenen Spannungen entfernt, sowohl die auf der physischen Ebene wie auch die auf der Ebene des Bewusstseins. Um gute Ergebnisse zu erzielen, währe es wünschenswert in einer bequemen Position zu sitzen, frei von Spannungen, keine Gegenstände bei sich zu haben, die stören könnten (Handy, Schuhe mit Absatz, Ringe, enge Gürtel usw.). Langsam entspannt man sich, die Aufmerksamkeit wird auf das Innere des Körpers gerichtet, die Inhalte des Bewusstseins in Bezug auf den täglichen Stress, gesundheitliche Probleme, all die Dinge, die uns stören, werden deaktiviert.
Mit der Zeit entsteht geistige und körperliche Entspannung, somit können wir in einen sorgenfreien Zustand eintreten; nur sehr wenige Gedanken werden noch aufkommen. Jetzt nähern wir uns dem Ruhezustand. Manchmal ist es notwendig bestimmte Techniken anzuwenden, die vorhandenen negativen Signale im Feld des Körpers und in unserem Bewusstsein entfernen. Danach werden wir uns erleichtert fühlen, wie nach einem frischen Regen. Nach einer bestimmten Zeit, dadurch dass wir unseren Schwerpunkt auf die Moral setzen, wird unser Geist keine negativen Gedanken mehr akzeptieren, in unserem Inneren werden keine Spannungen sein und unsere gute Seele wird schwingen.
Von nun an wird alles natürlich verlaufen. Wir müssen uns nicht mehr anstrengen um zu üben. Die Kraft des Unterbewusstseins kommt an die Oberfläche und wird uns helfen, eine andere Wahrnehmung zu gewinnen, ein anderes Verständnis von dem, was wir wahrnehmen, aber auch eine andere Art zu wirken.
Dieser Text stammt aus dem Buch „Traditionellen Chinesische Medizin und therapeutisches Qigong“ von Cezar CULDA.
"Aufrichtigkeit"
Aufrichtigkeit ist eine Bedingung, die das gute Funktionieren des Geistes ermöglicht. Nur wenn uns gelingt von einem Zustand der Mangel an Aufrichtigkeit zu einem Zustand, wo Aufrichtigkeit präsent ist, zu kommen, können wir in Kontakt mit den Signalen des restlichen Universums, außerhalb von uns, zu kommen. Wenn wir ehrlich sind, wird unsere Seele aktiv, das gesamte Universum wird aktiv und seine Signale werden Kontakt mit uns aufnehmen.Im Moment, wenn wir ehrlich werden, werden auch die Ergebnisse erscheinen. Angenommen, wir wollen unseren Lehrer bitten einen Objekt aufladen (mit der Kraft), um ihn dann bei der Therapie benutzen. Durch das Aufladen des Objektes können wir unsere Aufrichtigkeit testen. Offenheit gegenüber unserem Lehrer, gegenüber dieser Disziplin, gegenüber der Aufladung des Objektes wird es uns ermöglichen sich in Verbindung mit Signalen setzen, die das Objekt aufgeladen würden. Mangel an Aufrichtigkeit wird zu keinen Ergebnissen führen.
Manchmal, wenn wir beschlossen haben zu unserem Lehrer gehen, bekommen wir starke Empfindungen. Warum? Weil unsere Seele beginnt aktiv zu werden und man tritt in Kontakt mit den Signalen des Lehrers. Manche Leute glauben, dass sie aufrichtig sind in seinem Handeln, doch die Ergebnisse entsprechen nicht den Erwartungen. Warum? Sie sollten wissen, dass nicht das Glauben, dass wir ehrlich sind, der beste Beweis für unsere Aufrichtigkeit ist, sonder die erzielten Ergebnisse. Wenn die Ergebnisse gut sind, bedeutet dies, dass Sie aufrichtig in der Praxis sind, im Gegenfall ist die Aufrichtigkeit nicht echt.
Die ehrliche Seele wird aktiv. Signale des Restes des Universums ohne aktive Seele sind nicht zugänglich. Wie wird man in seinen Bemühungen aufrichtig? Sehr einfach. Es ist genug, einerseits alles Wissen, alle Erfahrungen, die Sie haben, aufzugehen, auf den Zustand "0" gehen. Denken Sie, dass Sie einen kleinen Schüler sind, der den Lehrer um Hilfe bittet. Alles ist sehr einfach. Sie müssen wie bei dem Beibringen Ihrem Kind des Zählens vorgehen. Er ist sehr aufmerksam, wenn der Lehrer das Zusammenzähle: 1 + 1 = 2 erklärt. Wenn kleines Kind schlau ist und denkt, dass der Lehrer nicht gut lehrt, dann wird er nach Hause gehen und die Lektion wird nicht stattfinden.
Der ideale Schüler ist einem leeren Glas ähnlich. Wenn das Glas leer ist, lässt es sich leicht mit der Lehre des Professors auffüllen. Aber wenn das Glas nur halb leer ist, der Unterricht kann nicht den ganzen Schüler erreichen.
WIE VERWANDELN WIR DIE KRANKHEIT IN GESUNDHEIT?
Wie können wir unsere Beschwerden wirkungsvoll behandeln? Um die Frage richtig beantworten zu können, müssen wir erst wissen, was ein guter gesundheitlicher Zustand bedeutet. Die meisten würden behaupten, dass ein körperliches und geistiges Behagen ausreichende Kriterien sind, um einen gesunden Menschen zu beschreiben.
Sie müssen wissen, dass das Unbehagen oder der Schmerz in einem fortgeschrittenen Zustand von einigen Ungleichgewichten auftritt. Zum Beispiel wenn wir das Auftreten einer geschwollenen Stelle, die mit der Zeit schmerzhaft wird, bemerken, werden wir wissen, dass es sich um einen Flüssigkeitsstau des Körpers handelt. Manchmal geht es einfach um einen Knoten oder eine Zyste, ein anderes Mal stehen wir einem Tumor gegenüber. Ein anderes Mal klagen wir über einen Schmerz, ohne dass die Stelle eine organische Veränderung aufweist. Nach einer gewissen Zeit entsteht aber eine Veränderung des Gewebes. Diese Situation hat ihren Ursprung in einem Ungleichgewicht des Gemütes.
Beide Situationen helfen uns, die Definition des Gesundheitszustandes zu verstehen, wie es die traditionelle chinesische Medizin (TCM) beschreibt: „Ein gesunder Mensch hat eine ruhige, ausgesöhnte Seele und die inneren Organe sind voll mit Energie“. Die TCM beschreibt auch den Krankheitszustand: „Menschen, die einen unruhigen Verstand, eine unruhige Seele haben und deren innere Organe keine Energie haben, sind als krank zu betrachten".
Warum ist es notwendig beide Zustände zu beschreiben und nicht nur einen? Erstens, um die Gesundheit und die Krankheit durch den Unterschied der zwei Zustände, auf seelischer und energetischer Ebene, besser verstehen zu können. Zweitens, in dem wir die Gesundheit und Krankheit kennen, werden wir den Weg von der Krankheit zur Gesundheit erkennen. Dieser wird nicht irgendwie gegangen, sondern hat seine besonderen Erfordernisse. Für den Kranken bedeutet dies konkret: Es ist notwendig die ursprüngliche Regelung des Gemütszustandes, die Lösung vorhandener Spannungen auf der seelischen Ebene zu erreichen. Erst nachdem dieser Schritt getan ist, wird mit der Regelung der energetischen Ungleichgewichte, der Öffnung der Meridiane, der Füllung der inneren Organe mit Energie fortgefahren.
Alle Beschwerden werden von innen nach außen behandelt, von den Ursachen zu den Wirkungen, zu den charakteristischen Symptomen. Es werden bessere Erfolge erzielt, wenn das Ganze behandelt wird, als wenn nur Teile des Ganzen behandelt werden.
Die TCM hat den Westen nicht nur wegen seiner Methode fasziniert, sondern auch wegen den vielfältig angewandten Vorgehensweisen. Zum Beispiel Akupunktur, Moxibustion, Massage, energetische Qigong- Praktiken usw., die sich gegenseitig ergänzen. Die Akupunktur z.B. wirkt auf energetischer Ebene, auf die verschiedenen Meridiane des Körpers, bietet aber keine Möglichkeit den Gemütszustand zu regeln. Dies ist wiederum mit Qigong möglich. Die Diättherapie verfügt über wirksame Methoden um die Energie und die Körperflüssigkeiten auszugleichen, aber keine zur Regelung der Bewusstseinsinhalte. Die Massage bewirkt die Entspannung der Muskulatur, Öffnung der Meridiane und Ausrichtung der Knochen, hat aber nicht die Wirkungsart des Qigong oder der Diättherapie.
Das Qigong nimmt einen besonderen Platz innerhalb der TCM ein, eben wegen seiner besonderen Methodik. Erstens, erlaubt die Qigong-Praxis das Durchlaufen der ersten Etappe von der Krankheit zur Gesundheit: die Veränderung des Gemütszustandes, die Regelung der Bewusstseinsinhalte. Zweitens, beinhaltet das Qigong Verfahren, um auf die Meridiane und die inneren Organe einzuwirken, die wenigstens mit denen der Akupunktur vergleichbar sind. In manchen Situationen, z.B. bei Herzbeschwerden, wird sogar empfohlen Qigong statt Akupunktur anzuwenden und dadurch die Spannungen, die bei dem Einsatz der Nadeln auftreten können, zu vermeiden. Qigong kennt auch energetische Massagemethoden, wie die traditionelle Reflextherapie, Atmung und Entspannung, die Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung und die Energetik der Ernährung. Es kann gesagt werden, dass innerhalb der TCM das Qigong eine komplexe Komponente ist. Seine Methode beinhaltet den Weg von der Krankheit zur Gesundheit, von der Erlangung eines sicheren inneren Gleichgewichtes zur Regelung der energetischen Struktur des Körpers, zu einem kraftvollen Körper.
Eine andere Charakteristik der energetischen Qigong-Praktiken ist die Möglichkeit den Patienten aktiv an anderen Therapieverfahren zu beteiligen. Im Grunde genommen ist dies eine der Grundvoraussetzungen des Erfolges. Nur wir selbst können uns entspannen, uns beruhigen. Niemand kann für uns leben, essen, sich freuen, oder leiden an unserer Stelle. Nur durch eigene Anstrengung werden wir gefühlsmäßige Blockaden beseitigen können und unsere Ruhe finden. Gleichzeitig können wir die Massage anwenden, dynamische Formen einsetzen, verschiedene Methoden zur Koordinierung der Atmung mittels einer bestimmten Vorstellung. All dies hat eine komplexe Wirkung auf die emotionale und energetische Struktur, aber auch auf die wichtigen inneren Organe, wie auch Systeme des Körpers.
HANDHALTUNGSPOSITIONEN IM THERAPEUTISCHEN QIGONG
Eine der im Qigong angewandten Behandlungsarten ist die Haltung der Hände vor bestimmten Körperbereichen. Dies hat den Zweck die Funktionen der Zellen in diesem Bereich zu stimulieren, sowie die Energie des Körpers auszugleichen. Die angewandte Methode geht davon aus, dass in bestimmten Körperregionen ein Überschuss an Energie vorhanden ist (was dazu führt, dass in dieser Region des Körpers ein größeres Feld entsteht), wogegen man in anderen Bereichen einen entsprechenden Mangel feststellen kann (ein Phänomen das mit einer Verringerung des Feldes einhergeht).
Um einen energetischen Ausgleich dieser Körperbereiche zu bewirken, wird eine Hand vor die Zone, in der ein Überschuss an Energie vorhanden ist, gehalten (entweder eine Blockade, oder die Öffnungsfunktion der Zellen sind nicht ausreichend, dies führt dazu, dass die von der Zelle erzeugte Energie nicht freigegeben wird), wobei der Abstand Hand - Körperflache etwa 10 - 20 cm beträgt. Die andere Handfläche wird vor die Zone gehalten, an der es an Energie mangelt (dies kann als Folge einer schlechten Schließfunktion der Zellen geschehen. Da die Öffnungsfunktion verstärkt ist, entsteht ein dauernder Fluss an Energie aus der Zelle, was zu einem Energiemangel führt). Der Abstand Hand - Körper für diese Hand beträgt etwa 30 - 40 cm. Somit ist eine Hand näher, die andere weiter vom Körper entfernt.
Durch die Art die Hände zu halten wird die blockierte Energie im Körper befreit (die eine Hand wird näher am Körper gehalten). Sie wird automatisch zu dem Bereich geleitet in dem es an Energie mangelt (die zweite Hand wird etwas weiter vom Körper gehalten). Indem man eine Hand nahe an den Körper hält, wird einen gewisser Druck auf das Feld dieser Körperregion ausgeübt. Nach einer gewissen Zeit tendiert die Energie aus dieser Region in einen anderen Teil des Körpers zu wandern. Wie können wir diese Richtung beeinflussen? Die Antwort ist ganz einfach: In dem wir die zweite Hand vor den Körperbereich halten in den die Energie wandern soll. Die Hände müssen natürlich gehalten werden, die Handflächen entspannt, die Finger leicht gebeugt und nahe aneinander. Wenn sonst nicht angegeben ist, zeigt die Mitte der Handfläche zum Körper hin.
Wenn irgendwo im Körper ein Problem besteht, wird eine Hand in etwa 30 cm Abstand zu dieser Zone gehalten. Da die Hand bogenförmig gehalten wird und die Fingerspitzen sich fast berühren, werden die Zellen der Hand stimuliert und beginnen Energie zu erzeugen. Diese Energie steigert das Energiefeld der Hand und fängt an auf das Energiefeld des Körpers, in deren Nähe sie sich befindet, zu wirken. Mit der Zeit werden die Öffnungs- und Schließungsfunktionen der Zellen stimuliert, dies führt zu einer regelnden Wirkung.
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Die Hand kann zum eigenen oder fremden Körper gerichtet werden. Es können etwa 80 Beschwerden mit Hilfe der Handhaltungsmethode behandelt werden. Diese sind anwendbar sowohl für die Eigen- wie auch für die Fremdbehandlung. In beiden Situationen reicht es die Hände vor den Körper zu halten ohne sonst etwas zu tun. Aus diesem Grund ist die Therapie mittels Handhaltung sehr leicht und erfordert keine besondere Erfahrung seitens des Anwenders. Hat der Anwender eine höhere Stufe in der Qigong Praxis erreicht, sind die Ergebnisse selbstverständlich bedeutend besser.
Dieser Text stammt aus dem Buch „Traditionellen Chinesische Medizin und therapeutisches Qigong“ von Cezar CULDA.
Beschwerdearten, bei denen die Handhaltung zu therapeutischen Zwecken mit viel Erfolg eingesetzt werden können:
. Kopfbeschwerden: Durchblutungsstörungen der peripheren Blutgefäße des Kopfes, Kopfschmerzen, Depression, Aktivierung der Erkenntnisfähigkeit, hyperaktive Kinder, gewalttätige hyperaktive Kinder, Epilepsie, Schlaflosigkeit, Thrombose an den Blutgefäßen des Gehirns, Verkalkung an den Blutgefäßen des Gehirns, Gehirntumore, Gehirnatrophie (Schwund), niedriger und hoher Blutdruck.
. Augenbeschwerden: Kurzsichtigkeit, grüner Star, grauer Star, Netzhautschwund, Entzündung der Tränendrüsen, Energiemangel auf der Augenebene, Schielen.
. Nasenbeschwerden: chronische Rhinitis, akuter Nasenkatarrh, Stirnhöhlenentzündung.
. Mundhöhlenbeschwerden: Mundgeschwüre, Zahnabdrücke an der Zunge, Zahnschmerzen infolge von "Wind" und "Feuer", Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischschwund, Gesichtslähmungen
. Ohrenbeschwerden: Tinnitus, unklares Hören, Taubheit (von Medikamenten verursacht), Trommelfellentzündung.
. Halsbeschwerden: akute und chronische Rachenentzündung, Entzündung der Stimmbänder, Heiserkeit, Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, Schilddrüsen Überfunktion, Tumore der Schilddrüse.
. Lungenbeschwerden: Asthma, Luftröhrenentzündung, Tuberkulose, Keuchhusten.
. Beschwerden des Magens und der Bauchspeicheldrüse: Schwundgastritis, Depressionen verursacht von der Schwundgastritis, Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse, Diabetes.
. Beschwerden der Leber und der Gallenblase: Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberblutschwamm, Gallenblasenentzündung und Gallensteine, Australischer Antigen (Antigen der virotischen B Hepatitis)
. Beschwerden der Nieren und der Blase: chronische und akute Nierenentzündung, Nierenschwund, Nierensteine, Harnvergiftung, Entzündung der Harnblase und der Harnleiter, Entzündung der Prostata, Harnblasenpolypen sowie Wucherungen der Harnblase.
. Unterbauchbeschwerden: Schmerzen im Bauchnabelbereich, Durchfall)
. Beschwerden der Geschlechtsorgane: Genitalenerkrankungen, Veränderungen der weiblichen Brust.
. Beschwerden der Knochen und Gelenke: Rückenschmerzen, Osteopathie der Hals- Brust oder Lendenwirbel, Periarthritis des Schultergelenkes, Bandscheibenleiden oder Vorfall, Ischias, Osteopathie an den Knien, Knödelschmerzen.
. Beschwerden des Blutgefäßsystems: Halbseitenlähmung (die eine Hälfte des Körpers ist warm die andere kalt), Entzündung der Aorta, Venenentzündung, Blutgefäßentzündung.
In der Regel hält man die Hände einmal oder auch zweimal täglich 3 - 5 Minuten bis zu dem Zeitpunkt an dem Erfolge eintreten. Diese Handhaltung soll nicht länger als 5 Minuten anhalten (es sei denn es ist anders vermerkt), da die Stimulierung der Zellen ziemlich stark ist.
Diese Handhaltungsarten sind zusammengefasst und vorgestellt im Buch von Cesar Culda "Traditionelle chinesische Medizin und therapeutisches Qigong".
VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG DER BESCHWERDEN IM URO–GENITALBEREICH MITTELS CHINESISCHEN ENERGETISCHEN PRAKTIKEN
Heutzutage haben immer mehr Menschen verschiedene Beschwerden im Uro-Genitalbereich: Zum Beispiel Harnblasenentzündungen, Entzündungen der Eierstöcke, Nierenentzündung, Entzündung der Prostata, gut– oder bösartige Geschwülste (Eierstockzysten, Gebärmutterknoten), Nierensteine, usw. Die Ursachen sind recht unterschiedlich, haben aber eins gemeinsam: Eine energetische Schwächung der Nieren.
In der TCM haben die Nieren zwei Bedeutungen: Die Nieren – die tatsächlichen Organe – (auch die „inneren Nieren“ genannt) und die Geschlechtsorgane (bekannt auch als „äußere Nieren“). Demzufolge ist jede Beschwerde des Uro–Genitalbereiches auf eine Funktionsstörung der Nieren zurückzuführen. Die Profilaxe und Therapie der Uro- Genitalbeschwerden mittels der TCM besteht aus der Verbesserung der Nieren– und Leberfunktion. In dem die Nieren Teil des Uro–Genitalapparates sind, beeinflussen sie sehr stark dessen Funktionen. Jenseits dessen, wie die klassische Medizin diese Problematik erfasst, betont die TCM die Tatsache, dass sowohl der After wie auch die Harnröhre und die Geschlechtsorgane von den Nieren, mittels deren Energie und Essenz, kontrolliert werden. Zum Beispiel, obwohl die Entleerung des Urins von der Harnblase erfolgt, hängt dies von der Nierenenergie ab. Das Gleiche gilt für die Fortpflanzungsfunktion, wie auch für die Stuhlentleerung - beide sind von der Nierenenergie abhängig. Der Energiemangel der Nieren wird zu Harnverlusten, Samenverlust, Bettnässen, Impotenz, frühzeitigem Samenerguss, Kinderlosigkeit, verlängertem Durchfall, Enddarmvorfall oder Verstopfung führen.
Der Meridian der Nieren hat seinen Ursprung etwa in der Mitte der Fußsohlen und steigt auf der Innenseite des Beines nach oben. Die meisten Situationen, die zur Störung der Nierenfunktion führen, hängen mit dem Eintritt krankmachender Energien in den Nierenmeridian zusammen. Wie geschieht dies? Sehr einfach, wegen der Sorglosigkeit bezüglich der Kleidung im unteren Abschnitt des Körpers oder ungeeigneten Schuhen bei schlechter Witterung dringen die Kälte, die Feuchtigkeit und der Wind in den Nierenmeridian ein und führen zur Blockade der Nieren. Blasenentzündung, Entzündung der Eierstöcke, aber auch schlimmeres wie Unfruchtbarkeit kann die Folge sein. Eine andere unangenehme Erscheinung dieser Situation sind Beschwerden im Lendenbereich. Dies ist ein typisches Symptom für eine Schwächung der Nierenenergie. Geben Sie die Schuld nicht der manchmal falschen Rückenposition, die Wurzel des Übels befindet sich auf der Ebene der Nieren! Selbstverständlich sollten Sie Ihre Haltung ändern, wenn der Rücken nicht gerade ist oder der Körper verdreht gehalten wird. Wenn aber der Schmerz am hinteren Beckenbereich aufkommt, müssen Sie Ihre Nieren stärken.
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Was die Leber betrifft, muss man wissen, dass es in der TCM nicht vorstellbar ist, die Beschwerden im Genitalbereich zu behandeln ohne die Funktion der Leber zu untersuchen und zu regeln. Der Lebermeridian beginnt ebenfalls am Fuß (am Ende des großen Zehs), steigt am Bein hoch und geht durch die Geschlechtsorgane, steigt weiter nach oben zum Kopfbereich. Eine ungeeignete Kleidung oder ungeeignetes Schuhwerk werden auch den Nierenmeridian beeinflussen und eine Störung auf der Ebene der Geschlechtsorgane verursachen. Dazu kommt auch noch, dass die Leber energetisch von den Nieren geschützt wird. Wenn die Nierenenergie sinkt (z.B. wegen eines ausschweifenden Sexuallebens), wird die Leberfunktion negativ beeinträchtigt. Gleichzeitig, sichert die Leber den freien Energiefluss im Körper und wird von jeglichem Ärger, Stress oder übermäßigen Gemütszuständen beeinflusst. Deswegen können starke Emotionen und Sorgen zu einer unregelmäßigen Monatsblutung führen. Ein anderer Faktor, der eine unregelmäßige Monatsblutung verursacht, ist die so genannte „Wärme des Blutes“. Diese entsteht als Folge einer Ernährung, die im Körper übermäßige Wärme erzeugt (es handelt sich hier um yangartige Nahrung: Körner, Wurzelwerk, Fleisch usw.), oder wenn die Patienten einen Energiestau auf Leberebene haben. Die energetische Beeinträchtigung der Leber wird zu unregelmäßiger Mensis führen, Schmerzen vor der Mensis, verklumpen des Monatsblutes. Manchmal treten Blutungen auch zwischen den Monatsblutungen auf ohne dass im Genitalbereich das Gewebe verletzt wäre. In all diesen Fällen ist die Regelung der Leberenergie erforderlich.
Für diejenigen, die an Beschwerden des Harn- und Geschlechtsbereiches leiden, ist die Anwendung der chinesischen energetischen Praktiken eine ideale Lösung. Innerhalb des Qigong gibt es mehrere Verfahren, die eine therapeutische Wirkung haben, die in Kombination eine rasche Wirkung bei der Anwendung haben. Eines dieser Verfahren besteht in der Massage verschiedener Fußreflexzonen (der Projektion der Nieren, der Harnblase, der Harnleiter, der Geschlechtsorgane, der Leber usw.), des Rückens, der Punkte, die die Projektion der Nieren, der Leber usw. auf dem Harnblasenmeridian und den Ohren wiedergeben. Der Bauch wird jeden Morgen für einige Minuten massiert. Der Nierenbereich, die Beckenknochen hinten, die seitlichen Teile des Kreuzbeines werden ebenfalls morgens, nach dem Bauch, massiert. Es werden auch verschiedene Handhaltungsarten angewandt um die Zellen in den betroffenen Bereichen zu stimulieren. Zum Beispiel, um die Prostataentzündung zu behandeln, werden die Hände vor den Unterbauch (in der Höhe der Prostata) gehalten. Die linke Hand näher - etwa 10 cm vor den Unterbauch - die rechte Hand weiter weg vom Körper vor den Mittelbauch (in etwa 30 - 40 cm Entfernung). Die Fingerspitzen zeigen zueinander (auf keinen Fall dürfen diese nach unten zeigen). Auf diese Art werden die Hände etwa 3 - 5 Minuten täglich gehalten. Im Qigong gibt es für etwa 100 verschiedene Beschwerden unterschiedliche Handhaltungspositionen.
Den Patienten, die an Beschwerden der Harn – und Geschlechtsorgane leiden, werden auch dynamische Übungstechniken empfohlen, die auf die Blutzirkulation wie auch auf den Unterbauch stimulierend wirken. Sie verbessern den Blutrückfluss von der Pforte zur Leber (dies führt zur Verbesserung der Leberfunktion). Gleichzeitig regeln die dynamischen Formen den Gemütszustand, was eine starke positive Wirkung auf den Genesungsprozess hat. Durch die dynamischen Formen vermehrt sich die Energie der Lungen und der Nieren (die Lungen unterstützen energetisch die Nieren), das sauerstoffreiche Blut wird leichter den Bereich der betroffenen Zellen erreichen. Die chinesischen energetischen Praktiken – Qigong - wenden auch Vorstellungsmethoden an, die die Öffnungs- und Schließfunktionen der kranken Zellen stimulieren und das Feld im kranken Bereich regeln.
All dies befähigt Qigong, dass es eine vollständige Methode in der Behandlung der Beschwerden der Harn – und Geschlechtsorgane ist. Diese Therapie setzt selbstverständlich die aktive Mitwirkung des Kranken im therapeutischen Prozess voraus und er bekommt dadurch die Chance sich selbst kennen zu lernen. Der vorbeugende Aspekt der Beschwerden des Harn– und Geschlechtssystems mittels der chinesischen energetischen Praktiken - Qigong basiert auf deren Mechanismus: Die Veränderung des inneren Zustandes, die Beseitigung von Stress, die Steigerung des Organismuswiderstandes gegenüber krankmachenden Faktoren, der Energie- und Blutzirkulation, die Verbesserung der Öffnungs– und Schließfunktionen der Zellen. Qigong legt besonderen Wert auf die Stärkung der Nieren, da sie als Speicherort der Energie, die von den Eltern geerbt wurde, betrachtet wird. Die TCM beschreibt den Mechanismus, der die Nieren, die Energie und die Feuchtigkeit (das Yin und das Yang) des ganzen Körpers unterstützt. Demzufolge beinhalten die energetischen Qigongpraktiken eine beeindruckende Anzahl an Behandlungs– und Stärkungsverfahren der Nieren.
Cezar Culda