Qigong BEWIRKT DIE aktivierUNG DER KÖRPERZELLEN

 

 

    Im Körper gibt es eine immense Anzahl von Zellen, der ganze Körper besteht aus Zellen. Aber aus diesem immensen Anzahl von Zellen wird nur ein bestimmter Teil benutzt.

    Zum Beispiel wenn es einer Person gelingt zehn Prozent ihrer Gehirnzellen zu nutzen, ist dies hervorragend. Den meisten Menschen gelingt es kaum sieben – acht Prozent der Gehirnzellen zu nutzen. Sehr wenigen Menschen gelingt es im Laufe der Zeit 20 - 30 Prozent zu benutzen, diese werden als Genies angesehen.

    Bei leberkranken Menschen sind die Analyseergebnisse stark verändert nur wenn eine große Anzahl von Leberzellen betroffen ist, da die Regenerationsfähigkeit dieser Zellen sehr hoch ist. Sogar bei Menschen, bei denen der Magen zu Zweidrittel entfernt wurde, ist der Magen noch funktionsfähig. In der Situation, in der eine Niere entfernt wurde, kann die verbleibende Niere eine normale Funktionalität sichern. Die Entfernung eines Lungenlappens befähigt die Lunge trotzdem noch genügend Sauerstoff für den Körper zu sichern.

            Deswegen wird in der Qigongpraxis der Akzent gesetzt auf die Anwendung von Methoden, die eine große Anzahl von Körperzellen einbeziehen. Es wird angestrebt die Zellen zu aktivieren, die normalerweise nicht benutzt werden. Auf diese Weise werden schlummernde Kräfte aktiviert und ein guter gesundheitlicher Zustand erreicht.

            Es wird oft behauptet: „Das Leben ist Bewegung“. Aus diesem Grund laufen täglich sehr viele Menschen. Diese Personen erkranken nur sehr selten an Krebs. Andererseits Menschen, die periodisch trainieren, die sich sportlich betätigen und Leistungssport betreiben und sogar Meister ihres Gebietes werden, sollten eine sehr gute Gesundheit haben. Aber oft, nach dem sie mit dem Leistungssport aufhören, werden sie krank oder sogar schwer krank.

            Normalerweise sollten viele Jahre Training zu einer ausgezeichneten Gesundheit führen. Das Problem entsteht aber dadurch, dass nur bestimmte Körperbereiche beansprucht werden, spezielle Muskelgruppen, Gelenke usw.

            Eine gute Gesundheit hängt aber von der Nutzung der Zellen im Inneren des Körpers, die zu dem Immun– Hormon– und Kreislaufsystem gehören, ab. Die Qigongpraxis aktiviert genau diesen Mikrobereich, diese Zellebene, vor allem die, die der Mensch sonst nicht benutzt. So erreicht man Langlebigkeit, entdeckt schlummernde Kräfte, der Körper und die Seele werden gestärkt.

            Eine andere wichtige Möglichkeit ist diese, bei der die Tätigkeiten und Aktivitäten in umgekehrter Reihenfolge als gewohnt ausgeführt werden.

            Zum Beispiel wenn Sie sich oft nach vorne beugen, müssen Sie sich nach hinten beugen. Wenn Sie Rechtshänder sind, sollten Sie versuchen die linke Hand zu benutzen. Wenn Sie die Angewohnheit haben nach dem Essen „hundert Schritte“ zu machen, sollten Sie eine kürzere Strecke rückwärtsgehen. Wenn Sie durch beide Nasenlöcher atmen, versuchen Sie einmal durch das eine und einmal durch das andere Nasenloch zu atmen usw. All dies dient dem Zweck Ihnen zu helfen auch andere Körperbereiche zu benutzen, als Sie es normalerweise tun. Auf diese Weise werden Sie eine größere Anzahl von Zellen benutzen.

            Ein Aspekt, der besondere Aufmerksamkeit verdient, sind die Gehirnzellen. Die Quelle der Gehirnzellenenergie befindet sich im Rückenmark auf der Höhe der Nieren (wo die Zone liegt, die als „Tor des Lebens“ – Mingmen - bezeichnet wird). Im Buch „Die Abhandlung der inneren Medizin des Gelben Kaiser“ (Huangdi Neijing) wird der Vorgang der Stimulierung des Gehirns durch das „Nähren“ der Nieren beschrieben.

            In der traditionellen chinesischen Medizin  wird gesagt, dass das Gehirn ein Meer von Rückenmark ist, das von der Nierenfunktion unterhalten wird. Aus dieser Sicht wird die Aktivierung der Zellen im Bereich des „Lebenstors“ (Mingmen) die Produktion der Energie, welche die Nieren stärkt und nährt, ermöglichen. Die Nieren sind das Organ, welches die Knochen regiert, und demzufolge wird eine gute Funktionalität der Nieren die Funktionalität der Zellen der Wirbelsäule stimulieren. Wenn die Energie am unteren Ende der Wirbelsäule wächst, wird sie spontan nach oben steigen, zum Kopfbereich, zum Gehirn und all seine Zellen nähren.

           

            Einer der Unterschiede zwischen jemanden, der Qigong übt und einem, der nicht übt, besteht in dem unterschiedlichen Grad der Zellaktivierung. Der Qigong-Übende hat eine größere Anzahl aktiver Zellen und der Grad der Öffnungs- und Schließfunktion der Zellen ist viel stärker.

            Im Qigong werden verschiedene Haltungsarten der Hände (Mudra), der Beine und des Körpers allgemein benutzt. Jede Haltung erzeugt ein bestimmtes Feld und dieses Feld führt zur Stimulierung von Zellen.

            Manchmal wird die Schließfunktion, ein anderes Mal die Öffnungsfunktion der Zellen stimuliert. Es gibt Situationen, in der beide Funktionen stimuliert werden. Aus diesem Grund sagt man, dass es nicht gut ist, ein Leben lang dasselbe Techniksystem zu üben. Je mehr Haltungen man übt, mehr Techniken anwendet, desto mehr Zellbereiche des Körpers werden aktiviert, unterschiedliche Empfindungen und Erlebnisse werden hervorgerufen, die Erkenntnisfähigkeit wird gesteigert.

            Eine große Zahl von Techniken wird aber erst praktiziert, nachdem man im Anfangsstadium „durch das Tor gegangen ist“, man die „Veränderungen an der Oberfläche“ beobachtet hat und man konsequent und mit Ausdauer den Komplex der Anfangstechniken geübt hat.

            Die Schließfunktion der Zellen dient der Energieaufnahme auf der Zellebene, während die Öffnungsfunktion die Energie aus der Zelle freigibt.

            Damit Zellen gut funktionieren, muss sowohl die Schließ- wie auch die Öffnungsfunktion sehr gut sein.

            In der Situation, in der nur die Öffnungsfunktion (oder nur die Schließfunktion) der Zellen eines Organs aktiv ist, wird nach sehr kurzer Zeit eine Beschwerde eintreten. Wenn das betroffene Organ sehr wichtig ist, entsteht die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Bewusstsein verliert oder sogar dass der Tod eintritt.

            Zum Beispiel wenn jemand eine sehr gute Nachricht bekommt, wird vor allem die Öffnungsfunktion der Herzzellen aktiviert. Die Freude ist sehr groß, manchmal entsteht auch ein überschwängliches Lachen, aber aus dem Herz fließt Energie mit großer Geschwindigkeit nach außen und manchmal kann das Herz stehen bleiben, da es nicht mehr genug Energie zum Schlagen hat.

            Merken Sie sich eines von den Existenzprinzipien in der Praxis der Langlebigkeit:

 

            „Vermeide sowohl das Übermaß wie auch den Mangel, tue nicht sehr viel, aber auch nicht zu wenig!“

 

            Einen der Unterschiede zwischen der traditionellen chinesischen Medizin, der Schulmedizin und Qigong besteht darin, dass im Qigong die Entstehungs- und Entwicklungsart der Krankheit auf der Mikroebene dargestellt wird. Bezüglich der Krankheitsursachen wird in der TCM behauptet, dass es innere Ursachen, äußere Ursachen und innere und äußere Ursachen gibt. Die inneren Ursachen stehen im Bezug mit dem Übermaß der sieben Gefühle: Schreck, Angst, Wut, Freude, Besorgnis, Melancholie und seelischer Schmerz. Die äußeren Ursachen stehen in Bezug zu: Hitze, Feuchtigkeit, Wind, Trockenheit, Kälte und Feuer. Die Ursachen, die sowohl Innere wie auch Äußere sind, werden dem Traumata zugeschrieben.

           

            Die sechs Energien, die in der Natur erscheinen („Hitze, Wind, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit und Feuer“), beeinflussen unterschiedlich das Feld des Menschen und die Funktionalität der Körperzellen. Aber außer den äußeren Energien wird das Feld des Menschen auch von den Bewegungen der Planeten und anderen Veränderungen in der Natur beeinflusst. Wenn es den Menschen gelingt sich mit allen Veränderungen, die in ihrer Umgebung während der vier Jahreszeiten aufkommen, zu harmonisieren, dann werden sie gesund sein. Ist das nicht der Fall, werden im Inneren des Menschen Veränderungen eintreten, die zu Beschwerden führen können.

           

            Im Sommer „erscheint“ im Bauch „Kälte“ (Außen ist es „warm“ - Yang, im Inneren ist es „kalt“ -  Yin). Im Gegensatz im Winter wird es „warm“ im Inneren des Bauches (Außen ist es „kalt“ - Yin, im Inneren ist es „warm“ - Yang).

            Im Winter empfiehlt es sich die Energie zu pflegen (nähren) (Yang), sodass sie im Körper behalten wird. Dies ist der Grund, warum manche Tiere während des Winters auf natürliche Weise in den Winterschlaf sinken. Unsere Aktivität sollte während der Winterzeit eingeschränkt sein, die körperliche Anstrengungen vermieden, wie auch jede Aktivität, welche dazu führt, dass die Energie nach außen befördert wird. Im Gegenfall sinkt die Energie (Wärme – Yang) des Körpers und unser Feld wird beeinträchtigt, was erlaubt der Kälte und dem Wind unsere Körper zu überfallen und noch mehr Energie zu verbrauchen, verschiedene Blockaden hervorrufen.

            Im Winter befindet sich die „Kälte“ auf der Hautebene und die „Wärme“ auf der Knochenebene. Um uns zu wärmen, genügt es, wenn wir uns etwas mehr anziehen und keine zu heiße Flüssigkeiten oder Nahrung zu uns nehmen, da das Innere schon „warm“ ist. Wenn wir heiße Nahrung zu uns nehmen, wird die Innere „Wärme“ zu sehr gesteigert und verwandelt sich in „Kälte“ (das extreme Yang verwandelt sich in Yin). Dies führt zum Energieverbrauch (die Energie hat Yang Charakter) des Körpers und dadurch schafft man die Voraussetzung, dass die „Kälte“ das Feld und den Körper überfällt.

            Im Sommer ist es nötig die Flüssigkeiten des Körpers zu pflegen (diese haben Yin–Charakter). Versteht man diesen Zusammenhang nicht und verhält man sich gegensätzlich, werden die Flüssigkeiten des Körpers verringert (das Yin wird weniger) und Hitze und Feuer aus der Körperumgebung (Yang) dringen in Feld und Körper ein und verursachen eine noch stärkere Verringerung der Körperflüssigkeiten.

            Im Sommer (wenn das Innere „kalt“ ist) trinkt man keine kalten Flüssigkeiten und es empfiehlt sich auch keine Vorstellungen zu haben, die mit dem kalten Element verbunden sind. Im Sommer befindet sich die „Wärme“ auf der Hautebene und die „Kälte“ auf der Knochenebene. Aus diesem Grund sollten wir keine kalten Flüssigkeiten trinken um eine gewisse Kühlung zu schaffen, da im Körper das „kalte“ Element schon vorhanden ist.

 

            Wenn wir im Sommer kalte Flüssigkeiten trinken, dann führt dies zu einer extremen Kälte im Körper und die schlägt über in Wärme (da extremes Yin sich in Yang verwandelt). Sobald im Inneren des Körpers die Wärme entsteht, fängt diese an die Flüssigkeiten zu verbrauchen, an denen es im Sommer sowieso mangelt. 

 

        Dieser Text ist eine Übersetzung aus dem Buch "Traditionelle chinesische Medizin und therapeutisches Qigong" von Cezar Culda.