"Die schöne Seite des Qigong ist, dass wir mit der Zeit durch die Praxis ein inneres Licht in uns entdecken werden. Und wenn bei der Übung dieses innere Licht den ganzen Körper füllt, werden bestimmte Veränderungen im Körper auftreten. Wenn man das erreicht, dann kann man das Licht auf wundersame Weise benutzen, um es auch in Anderen hervorzubringen. Wenn man durch die Qigong-Praxis dieses Licht in sich entdeckt hat (es ist das Licht des Geistes), und damit den Körper füllen kann, ist es das Höchste, was man für sich tun kann.
Meister Di Yu Ming sagt: „Der Lohn dafür, dass wir anderen Leuten behilflich sind, ist, dass wir bei der Meditation das innere Licht zu sehen bekommen“. Das Sehen des inneren Lichtes führt dazu, dass wir ein unbeschreibliches Glücksgefühl in uns empfinden werden; das Licht durchflutet den Herzbereich.
Cezar Culda
MEDITATIVE FORM „ERWECKUNG DES INNEREN LICHTES“
Übungsposition:
Im Sitzen, auf dem vorderen Drittel des Stuhls, ohne sich anzulehnen (man kann auch mit gekreuzten Beinen, im Lotus- oder Halblotussitz üben), der ganze Körper ist entspannt.
Die Zungenspitze befindet sich während der ganzen Übung am Gaumen, die Stirn ist entspannt, auf dem Gesicht erscheint ein leichtes Lächeln, die Augen sind geschlossen, die Hände vor dem Unterbauch in der so genannten „Stabilitäts-Haltung“ (die Handflächen zeigen nach oben, die Daumen berühren sich leicht, die anderen vier Fingern liegen übereinander: bei den Männern die Finger der rechten Hand unten, die linken darauf, bei den Frauen umgekehrt).
Ausübung der Technik:
Entspannen sie nach und nach den ganzen Körper, von oben nach unten und von außen nach innen. Der Körper ist entspannt, die Seele ist ruhig und die Energie in Harmonie.
1) Führen Sie die Hände vor dem Körper (in der „Stabilitäts-Haltung“) bis über den Kopf. So wie die Hände steigen, drehen sich die Handflächen nach innen, zum Körper, und am Ende nach unten, sobald sie über dem Kopf ankommen. Halten Sie diese Position einige Zeit lang.
2) Trennen Sie die Handflächen und vollziehen Sie seitlich mit beiden Händen je einen Halbkreis, der unter dem Kinn endet (hier zeigen die Handflächen nach oben). Die Ellenbogen zeigen nach unten und haben einen Abstand von etwa 10 cm, der Körper ist etwas nach vorne geneigt. Betrachten Sie im Geiste den Bereich in der Mitte zwischen den Augen im Kopf (hier befindet sich der Sitz des ursprünglichen Geistes).
Man betrachtet und betrachtet nicht, man beobachtet und beobachtet nicht, die Aufmerksamkeit muss nicht sehr angestrengt sein. Es reicht die Aufmerksamkeit auf diesen Bereich zu richten. Nach einer gewissen Zeit werden Sie im Kopf ein Licht beobachten können, welches immer stärker wird.
2) Nach einer Weile führen Sie die Hände zusammen in die Gebetshaltung (die Fingerspitzen zeigen nach oben) vor der Brust. Die Mitte der Handflächen sind leicht gewölbt, die Schultern sind entspannt. Die Aufmerksamkeit sinkt aus dem Kopfinneren an der Achse des Körpers nach unten, entlang dem Zentral-Meridian Richtung Brust – wo sich das „mittlere Zinnober-Feld“ befindet. Betrachten Sie das Innere der Brust. Nach einer Weile wird das Licht aus dem Kopf langsam nach unten „tropfen“ und ins Innere des Brustkorbes sinken.
3) Führen sie die Hände auseinander, die Handflächen zeigen nach unten. Senken Sie die Hände bis zum Nabel, gleichzeitig sinkt das Licht aus der Brust zum Nabel. Legen Sie die Hände übereinander (die Männer die linke Hand unten, die rechte darauf, die Frauen umgekehrt). Die Aufmerksamkeit betrachtet den Bereich zwischen dem Nabel und dem „Tor des Lebens“ (Mingmen–Bereich, befindet sich auf der Wirbelsäule in der Höhe des Nabels auf halber Strecke zwischen den zwei Nieren).
4) Nach einer Weile drehen Sie die Handflächen nach oben und senken diese etwas nach unten vor dem Unterbauch. Hier nehmen die Hände die „Stabilitäts- Haltung“ ein. Das Licht sinkt zum „Feld des unteren Zinnobers“ (Xia-Dantian in der Mitte des Unterbauchs). Die Aufmerksamkeit betrachtet das „Feld des unteren Zinnobers“.
Zum Schluss denken Sie wie ein sehr glückliches „Ich“ die Augen öffnet und die Abschlussübung (Abklopfen des ganzen Körpers) ausführt.
MEDITATIVE Form der Reinheit der Lotusblume
"Ein Wasserfall AUS Licht"
Übungsposition:
Im Sitzen, die Beine leicht auseinander, die Füße schulterbreit auseinander. Setzen Sie sich auf das vordere Ende des Stuhles, den Rücken gerade ohne sich anzulehnen. Die Hände vor dem Unterbauch, in der Stabilitätshaltung (die Handflächen zeigen nach oben, die Daumen berühren sich leicht, die anderen vier Finger liegen übereinander, bei den Männern liegt die rechte Hand unten, die Linke darauf, bei den Frauen die linke Hand unten die Rechte darauf). Die Zungenspitze am Gaumen, die Stirn ist entspannt, auf dem Gesicht erscheint ein leichtes Lächeln. Die Augen langsam, langsam schließen, den ganzen Körper entspannen.
Ausübung der Technik:
Betrachten Sie das Abbild einer offenen Lotusblume. Diese Blume besteht aus Licht. Die Lotusblume ist das Symbol der Reinheit. Indem Sie an sie denken „pflegen Sie den Gedanken der Reinheit“. Die Lotusblume verströmt ein strahlendes Licht. Denken Sie daran, dass Sie sich auf der Lotusblume befinden. Das Licht der Lotusblume durchflutet Ihren Körper und dessen Aura und reinigt diese. Als Erstes dringt das Licht der Lotusblume in die Aura und dann nach und nach in den Körper. Der Körper ist einer Hülle ähnlich. Denken Sie nicht an die Knochen, an die inneren Organe oder an die Blutgefäße. Denken Sie ganz einfach, dass der Körper mit Licht gefüllt ist.
Nach einer Weile trägt die Lotusblume Sie zu einem weißen Licht, das sich vor Ihnen befindet. In dem Sie sich dem Licht nähern wird Ihnen bewusst, dass es sich um einen Wasserfall aus Licht handelt. Sie stehen irgendwann vor dem Wasserfall aus Licht. Sie gehen durch den fallenden Lichtstrahl. Dieser reinigt die Aura vor dem Körper, hinter dem Körper, seitlich des Körpers, dann fließt das Licht über den Scheitel in den Körper. Verharren Sie mit der Lichtbetrachtung an jenen Stellen im Körper, die krank sind. Sie durchqueren langsam den fallenden Lichtstrahl. Die Lotusblume schwebt irgendwo zwischen Himmel und Erde. Es ist, als ob Sie sich in einer Lichtkugel befinden würden, sowohl der Körper wie auch die Lotusblume, die ihn trägt.
Die Aufmerksamkeit zieht sich in den Kopf zurück (hinter die Stirn). Betrachten Sie eine helle silbernweiße Lichtkugel im Kopf hinter der Stirn. Nach einer Weile sinkt die Aufmerksamkeit im Inneren der Brust. Betrachten Sie eine Lichtkugel im Inneren der Brust. Dann sinkt die Aufmerksamkeit weiter nach unten in den Unterbauch: hier betrachtet die Aufmerksamkeit die Lichtkugel. Zum Schluss atmen Sie 3-mal tief durch und machen dann die Abschlussform.
Die Abschlussform:
Öffnen Sie langsam, langsam die Augen, reiben Sie die Handflächen aneinander, bis diese warm werden und massieren Ihr Gesicht, wobei Sie sich vorstellen, dass das Innere des Kopfes immer heller wird, alle Falten verschwinden, die Haut wird glatter. Während Sie die Abschlussübung vollziehen, sind Sie entspannter, glücklicher, voller Kraft.