DIE ENERGETISCHEN PRINZIPIEN DER ERNÄHRUNG UND
THERAPEUTISCHES QIGONG
Man sagt „man ist, was man isst“. Diese Weisheit sollte uns zum Nachdenken veranlassen und dazu führen, dass wir aufmerksamer sind, wenn wir Nahrung zu uns nehmen. Infolgedessen, sollten wir darauf achten möglichst frische Lebensmittel zu essen. Zu wünschen wäre Nahrung, die nicht konserviert wurde, keine genetische Veränderung erfahren hat oder mit Hormonen versetzt wurde usw. Aber jenseits dieser allgemeinen Erfordernissen, die uns helfen, die Nachteile der modernen Ernährung zu überwinden, gibt es auch einen anderen Aspekt, den uns die traditionelle chinesische Medizin (TCM) aufzeigt: Die Lebensmittel können auch Medizin sein!
Die TCM beinhaltet nicht nur dynamische und statische energetische Formen, Qigong, Akupunktur, Moxibustion, energetische Massage, sondern auch den Bereich der energetischen Ernährung, die Erhaltung des Körpers in einem guten gesundheitlichen Zustand, sondern auch die Therapie der Beschwerden mittels Ernährung.
Jeder Mensch hat sich schon immer mit dem Zustand seines Körpers, seiner Gesundheit beschäftigt. Dies ist selbstverständlich. Es ist die Voraussetzung zu überleben. In der TCM haben sich zahlreiche Methoden und Techniken entwickelt, die in bestimmte Bereiche zusammengefasst sind: Einer davon ist auch die energetische Ernährung. Ihr Hauptanliegen ist es verschiedene Beschwerden zu heilen, indem es die therapeutischen Eigenschaften der Lebensmittel nutzt.
Heutzutage kennt jeder die Notwendigkeit und leider auch die Unvermeidlichkeit des Medikamenteneinsatzes, bekannt sind auch die unerwünschten Nebenwirkungen. Die Arzneien sind Substanzen, an die der menschliche Organismus nicht gewöhnt ist und die eine starke Wirkung sowie eine starke toxische Wirkung auf ihn haben können. Obwohl ihr Einsatz tief begründet ist und die Medizin sie nicht entbehren kann, entsteht oft die ungerechtfertigte Tendenz ihren Einsatz zu übertreiben, sie in Situationen zu verordnen in denen sie keinen Nutzen bringen, sondern sogar noch Schaden. Es gibt Beschwerden, die in die Kategorie der chronischen Beschwerden einzuordnen sind, die eine langsame Entwicklung im Körper haben und welche die mit weniger drastischen Methoden zu behandeln sind, näher zur Natur.
Schon seit frühster Zeit musste der Mensch sich ernähren, um zu leben. Ursprünglich durch wiederholte Versuche, die manchmal schwerwiegende Folgen hatten, gewöhnte er sich daran die Essbaren von den giftigen Pflanzen zu unterscheiden. Es ist ihm gelungen die Nahrungspalette auszudehnen. Durch den Einsatz von Feuer wurde die Nahrung vorbereitet, wurde leichter verdaulich und vom Organismus leichter verwertbar.
Mit der Zeit wurde es offensichtlich, dass manche Nahrungsteile eine bestimmte Wirkung auf den Körper und auf die Gesundheit haben. Sobald die Menschen sich dessen bewusst wurden, fingen sie an die Nahrung gezielt zu benutzen und somit der Ernährungsart eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Es hat sich herausgestellt, dass manche pflanzlichen oder tierischen Präparate eine besonders starke Wirkung auf den Organismus erzielen. Dies hat die Menschen veranlasst diese Nahrungsmittel als Heilmittel einzustufen und als Medizin zu bezeichnen.
Man sieht also, dass die Lebensmittel und die Heilmittel aus derselben Quelle stammen. (Wir sprechen hier selbstverständlich von den traditionellen Arzneien und nicht von den heutzutage synthetisch Hergestellten). Es gibt also heute klare Grenzen zwischen Lebensmittel und Medikamenten.
Eine große Anzahl von Lebensmittel kann man als Arznei einsetzen, z. B. den Ingwer, den Lauch, die Schalotte, den Knoblauch, den Zimt, die Sesamkerne, die Kürbiskerne, die Aprikosenkerne, den Wein, den Essig, die Hühnereier, den Reis usw. Viele Menschen wissen, dass es ist gut bei Grippe Knoblauch zu essen oder Tee mit Zimt zu trinken. Bei Durchfall viel Reis zu essen. Bewusst oder unbewusst ist die therapeutische Ernährung weit verbreitet und wird von den Menschen angewandt. Um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen, muss man der Ernährung die entsprechende Aufmerksamkeit schenken.
Die tägliche Nahrung ist wesentlich für den Menschen, es ist „das Material“, das ihm die Möglichkeit zu leben gibt sowie seiner Tätigkeit nachzugehen, aber er muss sich dessen bewusst sein. Deswegen ist es wichtig, dass wir wissen, was wir essen und wie wir essen. Nicht alle Nahrungsmittel haben eine therapeutische Wirkung. Es gibt sehr viele, die nur Nahrung sind.
Die therapeutische Ernährung hat nicht nur den Zweck Krankheiten zu heilen, sondern diesen auch vorzubeugen. Hat man eine ausgeglichene normale Ernährung, wird der Körper, seine Gesundheit, seine Lebenskraft behalten, der Alterungsprozess verlangsamt sich und Krankheiten werden vermieden. Viele von uns wissen, wie wichtig es ist die Mahlzeiten einzuhalten, manche haben schon diese Schwindel– und Ohnmachtgefühle erfahren, die in einer Hungerphase, bei nicht Einhaltung der Essenszeiten, auftreten. Selbstverständlich ist der beschriebene Zustand keine Krankheit und er kann leicht durch eine geregelte Essenszeit behoben werden. Aber diese Art Schocks, die sich wiederholen, können den Organismus schwächen und ihn energetisch aus dem Gleichgewicht bringen, dies führt letztendlich zur Krankheit. Es ist ersichtlich, dass das Gleichgewicht zwischen Gesundheit und Krankheit sehr heikel ist und dieses mit großer Aufmerksamkeit beobachtet werden soll.
Selbstverständlich hat die therapeutische Ernährung nicht nur vorbeugenden oder behandelten Zweck. Sie kann auch eine wertvolle Stütze sein für einen Organismus, der sich in einer außergewöhnlichen Situation befindet. Es geht hier z.B. um physiologische Veränderungen, die in den Organismus der Frau während der Menstruation, der Schwangerschaft oder der Wechseljahre eintreten. Dies sind tiefgreifende Veränderungen, sogar Schocks, die manchmal vom Organismus sehr schwer zu ertragen sind, die aber durch eine korrekte Ernährung verringert oder sogar beseitigt werden können. Das Gleiche gilt auch für ältere Menschen, die eine angepasste Ernährung benötigen, oder Kinder, deren Organismus in der Wachstums– und Entwicklungsphase eine besondere Sorgfalt braucht. Auch diejenigen, die schwere Arbeiten verrichten oder deren Organismus besonderen Herausforderungen ausgesetzt ist, müssen eine bestimmte Diät befolgen, die Ihnen bei der Überwindung eventueller Schwächezustände, die zu Krankheiten führen können, hilft.
Die therapeutische Ernährung schließt den Einsatz von Medikamenten nicht aus. Es gibt Lebensmittel, welche die Wirkung eines Heilmittels verstärken und dadurch für den Organismus besser sind. Oft wirken Nahrungen reinigend auf den Körper und dadurch auch empfänglicher für Arzneimittel. Aber es ist besser, nicht dahin zu kommen. Wir müssen beachten, dass die therapeutische Ernährung für den Gesunden sehr wichtig ist und sollten uns auf die vorbeugende Wirkung stützen.
In der TCM wird die therapeutische Ernährung zusammen mit anderen energetischen Praktiken wie Qigong oder Taijiquan angewandt. Diese haben unter anderem eine stärkende und ausgleichende Wirkung auf den Organismus. Somit befähigt dies den Organismus gegen äußere energetische Einflüsse, die krank machen können, zu schützen. Selbstverständlich wird Qigong und Taijiquan neben der therapeutischen Ernährung auch für die Behandlung von kranken Menschen eingesetzt. In einigen Ländern der Erde gibt es zahlreiche Kliniken die diese Methode einsetzen.
Eine der therapeutischen Methode, die oft eingesetzt wird, ist diejenige, die von der Reglung der Leberfunktion ausgeht. Hierfür werden dynamische Formen (zur Energiebewegung) mit statischen Entspannungsformen kombiniert. Durch die dynamischen Formen wird das Blut aus der Leber zu den Gliedern geführt, während die statischen Formen die Rückkehr des Blutes zur Leber bewirken. Dieser Prozess frischt das Leberblut auf, steigert die Leberfunktion und regelt den Gefühlszustand (dieser hängt stark mit dem Zustand der Leber zusammen). Gleichzeitig wirkt sich das auch auf das Verdauungssystem aus, da die Rolle der Leber für dessen gutes funktionieren bekannt ist.
Die Ergebnisse einer kombinierten Vorgehensweise mit Formen aus dem Qigong und der richtigen Ernährung sind wesentlich besser, als wenn nur Qigong oder nur die therapeutische Ernährung angewandt wird.
Wenn Formen aus dem Qigong, die nicht nur auf die Regelung der Leberfunktion abzielen, sondern auch die Steigerung der Immunität, die Stimulierung des Blutflusses, die Regelung des Hormonsystems, die Steigerung der Sauerstoffaufnahmefähigkeit auf der Ebene der Lungenbläschen, die Verbesserung der Harn und Geschlechtsorgane, ins Auge fassen, sind die Ergebnisse in einer Kombination mit der energetischen Ernährung wesentlich besser.
Dinge, die einfach erscheinen, die aber eine überragende Wichtigkeit im Leben des Menschen haben, sind manchmal viel zu leicht zu übersehen. Es währe gut, wenn es nicht so währe, aber das hängt letztendlich von jedem Einzelnen selbst ab!
Cezar Culda